Am Vorabend der GIFA 2023 ging es bei strahlendem Sonnenschein, coolen Drinks und appetitlichen Fingerfood in der Location MEERBAR im Düsseldorfer Medienhafen los: Beim Open Air-Event “GTP & Friends” trafen sich unter blauem Himmel Mitarbeiter vom GTP Schäfer Hauptstandort in Grevenbroich sowie unseren Standorten in der Türkei, China, Indien, den USA und Brasilien sowie unseren internationalen Vertriebspartnern und Freunden des Hauses GTP Schäfer zum Wiedersehen, Kennenlernen und Networking. Die Stimmung war ausgezeichnet und die Vorfreude auf den nächsten Tag riesig.
Im Vergleich zur GIFA 2019 kamen sowohl gefühlt, als auch tatsächlich weniger Besucher zur GIFA 2023: Waren es vor vier Jahren noch 72.500 Besucher, kamen in diesem Jahr 63.000. Dies entspricht einem Minus von circa 13 %. Wird sich dieser Trend fortsetzen? (Mehr dazu später).
Auf unserem Messestand war der Besucherrückgang hingegen kaum zu spüren. Das hatte gleich mehrere Gründe:
Als Eyecatcher hatten wir im Zentrum des Standes ein gemeinsam mit unserem diesjährigen Messepartner Matheus Industrie-Automation entwickelten Roboter positioniert. Dieser entnahm – vollautomatisiert – Speiser von einer Vorrats-Palette und platzierte sie effizient, schnell und präzise auf drei verschiedene Gussformen.
Der spektakuläre Einblick in die Zukunft der Speisertechnologie ließ viele Besucher über den Tellerrand hinausschauen und erzielte so die gewünschte Wirkung: Der Roboter und die von ihm ausgeführte Applikation waren Tagesgespräch auf und rund um unserem Messestand.
Hinzu kamen weitere Messe-Highlights wie z. B. unsere innovative NET-Technology®, unsere branchenweit einzigartige GTP-ToolBox® sowie der von uns neu entwickelte Spezialformstoff CERAPEARL 3D, der es ermöglicht, Kerne und Formen im 3D-Druck herzustellen.
Unangefochtener Messe-Hero stellte aber unsere weiterentwickelte PXT-/PKXT-Speiser-Serie dar. Sie rief bei unseren fachkundigen Standbesuchern das größte Interesse hervor. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Unsere PXT-PKXT-Speiser setzen in puncto Leistungsstärke, Anwenderfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit einen neuen Standard in der Gießereibranche.
Laut unserem Geschäftsführer Jörg Schäfer bietet die GIFA Düsseldorf dem Grevenbroicher Unternehmen die Gelegenheit, der weltweiten Gießerei-Industrie seine Neuentwicklungen zu präsentieren. Sie ist, wie das Feedback der Standbesucher bestätigte, die am meisten respektierte Fachmesse in dieser Branche.
Infolgedessen stellt sich die Frage, warum die Besucherzahl im Vergleich zur letzten GIFA dennoch um signifikante circa 13 % gesunken ist. Die Antwort ist relativ einfach: Die Gießerei-Industrie leidet weiterhin unter den wirtschaftlichen Spätfolgen der Corona-Pandemie – und aktuell unter der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energie-Krise. Speziell die letzten zwei Jahre waren geprägt durch Katastrophen, wie wir es speziell in Europa seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben – vor allem nicht in dieser geballten Form.
Aus unserer Sicht besteht die Gefahr, dass die Besucherzahl auf der GIFA Düsseldorf zukünftig weiter sinkt und auch die Bedeutung dieser weltweit hoch anerkannten Fachmesse abnehmen wird. Denn die GIFA erweitert(e) seine Messeveranstaltungs-Aktivitäten auf drei weitere Städte: So findet
(Hinzu kommt in diesem Jahr noch die vom 29.10. – 01.12. 2023 in Shanghai stattfindende China International Casting Expo 2023.)
Für die GIFA stellt dieser Schritt sehr wahrscheinlich ein nicht unerhebliches Zusatzgeschäft dar. Aber wie sieht diese Entwicklung aus Sicht der Aussteller wie uns aus? Werden wir an unserer großflächigen (Haupt-)Messepräsenz auf der GIFA in Düsseldorf festhalten? Oder sind wir gezwungen, unsere Speisersysteme und Neuheiten zukünftig unseren Kunden bzw. prospektiven Neukunden in Übersee vor Ort zu präsentieren – womöglich bei gleichem Messe-Gesamtbudget?
Das hätte neben kleineren Standflächen einen erheblich größeren Logistikaufwand und signifikant höhere Personalkosten zur Folge. Sollten sich viele Aussteller für die zweite Alternative entscheiden, würden automatisch Größe und Bedeutung der GIFA Düsseldorf sinken – was wir sehr bedauern würden.
Eine mögliche Lösung wäre, dass auch traditionelle Industrie-Fachmessen irgendwann nur noch digital stattfinden, so wie heute bereits z. B. das Tech Open Air Festival (kurz TOA genannt), die re:publica und die DIGICON. Aber davon ist unsere heißgeliebte Gießereibranche noch Lichtjahre entfernt.
Wir alle dürfen sehr gespannt sein, wie sich das Messegeschehen weltweit und speziell auf der GIFA Düsseldorf entwickeln wird.